Waldgeflüster
Knochengesänge



1. Krähenpsalme

Raureif klammert sich an Halme
Über Feldern schnarren Krähen ihre Klagelieder
Von Verwesung und was tief in der Erde lauert
Die eine wahre Religion, die alles Leben überdauert

Wieder habe ich 12 Monde verbracht
Wieder so getan, als hätte mir das nichts ausgemacht
Ein Wimpernschlag und es ziehen die Dekaden
Hin zu sternenloser Nacht, zu den letzten Gestaden

Jedes Feuerwerk hat seinen Zauber verloren
Der Quell des Lebens zu Essig vergoren
Einsame Jahre hängen in altersschwachen Gliedern
Beklagt in den immer gleichen Liedern, wieder und wieder

Zu lange Herbst, zu lange welk
Leben wie ein Blatt zu Boden fällt
Taumelnd und treibend, doch immer strebend
Dem Ende entgegen
Wenn der Schnee kommt und das Land bedeckt
Der Wind nach Kälte und nach Lethe schmeckt
Was mit schwieligen Händen erschaffen, reißt es alles ein
Lasst mich zwischen Wurzeln liegen und vergessen sein

Ziellos streifend durch Dezemberwälder
Letztlich blieben nur Ruinenfelder
Einsame Tränen und zerfurchte Haut
Zitternde Hände haben jedes Monument umsonst gebaut

Nie geschlagen eine verdammte Kerbe
In Yggdrasils Ranken als mein Erbe
Kein Harz, das aus Wunden tropft und quillt
Wenn mich die letzte Nacht umhüllt
Nichts hat Bestand
Nichts hat Substanz
Zwischen Käfern und Würmern erklingen die Krähenpsalme
Nichts hat Bestand
Nichts hat Substanz
Oh, wie sie alle Hoffnungen schnarrend zermalmen


2. Bamberg, 20. Juni

Rucksack geschultert, gelehnt an Mauer
Das Klimpern von Flaschen
Beide Mucke auf den Lauschern
Bei dir vermutlich was das ballert
Von weitem schon das Grinsen
Ne Umarmung, „Tut gut dich zu sehen“
Viel zu selten, dass es klappte,
Aber wenn dann wars zum Sterben schön
Erstmal Tegut und den Brand gelöscht
Durch die Stadt beim ersten „Wie geht’s“
Schlenkerla und flüssig Rauch gezischt
Dies und das und vom letzten Jahr erzählt
Tag zu Nacht und Nacht zum Morgengrauen
Mit Freundschaft gesegnet
Hab gedacht das würde alles überdauern
Nie mit dem verfickten Krebs gerechnet

Ich meißel‘ deinen Namen in diesen Stein aus Ton
Ein Monument, Deklaration
Wie wir damals Abschied nahmen,
Als wir uns das letzte Mal in Bamberg sahen

Tommy…

Ich baue einen Schrein in meinem Herzen,
Weil es diese Erinnerungen wert sind
Mein Lachen mit Trauer bemalt
Weil deines nicht mehr durch den Äther hallt

Lange nichts gehört von dir
Anrufe ins Leere
Irgendwie hab ich’s gespürt,
Dass ich dich verlieren werde
Ein „Mach’s gut“ und „Ich komm bald wieder“
Ich war stumm, als ich reden sollte
Du lagst da, ein Schatten deiner selbst
Gab noch so viel was ich sagen wollte
Als ob du darauf gewartet hättest
verließ dich danach die Kraft
Selbst zu schwach, um zu hören
Was du mir bedeutet hast
Ich sah ihren Namen
und etwas zerbrach in mir
die Tränen, die dann kamen,
Zeugen vom nie Erlebten mit dir

Ich meißel‘ deinen Namen in diesen Stein aus Ton
Ein Monument, Deklaration
Wie wir damals Abschied nahmen,
Als wir uns das letzte Mal in Frankfurt sahen

Tommy…

Ich baue einen Schrein in meinem Herzen,
Weil es diese Erinnerungen wert sind
Mein Lachen mit Trauer bemalt,
Weil deines nicht mehr durch den Äther hallt

Auf einmal wünschte ich die Geschichten der alten Männer wären wahr
und du würdest nicht nur Leere, sondern Frieden finden
Auf mich an gebogenen Tischen für weitere ewige Nächte warten
Um wieder gemeinsam von billigen Räuschen zu singen


3. Der kleinste König und sein Architekt

Und wieder Winterwälder
Wieder wurden Land und Herzen kälter
Durch reife Sommermonde war das Zweifeln entrückt
Doch wie schon so oft kamen die Träume zurück
Was wenn ich aus diesem Schlaf erwach
und habe niemals Funkenfeuer entfacht
Wie brenn ich mein Selbst nur in diese Wirklichkeit,
Wenn ich Dienst an Land und Krone bestreit

Immer Fragen, immer Streben
Immer aus vollstem Herzen geben
Doch verfolgt von diesem Schatten
nie ein Werk, das überdauert, zu schaffen

Aber was, wenn die Monumente nicht aus Stein und Ton gemeißelt
Mich meine Zeilen selbst mit Lügen geißeln
Hab in des Königs Augen Zukunft entdeckt
Und so flüstre ich leise als sein Architekt

Sei das Lachen, das ich mir erschaffe
Sei der Funken, den ich hinterlasse
brenn dich in alle Wirklichkeiten
lass dich stets von Hoffnung leiten
Sei Fels auf den sich andere lehnen
versuch stets aus vollem Herzen zu geben
Doch das Wichtigste, präg es dir ein
Trotz deinem Blut, versuch glücklich zu sein

Denn ich kann dir nur Brücken bauen
musst allein des Lebens Fratze schauen
Ob Ost, ob West musst du selbst bestimmen
musst in kargen Wäldern dein eigenes Feuer finden

Und solltest du dich auch selbst verlieren
so brauchst du nur tief in deine Seele spüren
Deinem beständigen Herz trauen
als Erinnerung diesen Zeilen lauschen

Wohin du auch gehst, welchen Pfad du auch wählst
ich bin hier und warte auf dich
Wohin ich auch geh‘, wohin der Wind mich auch trägt
ihr braucht nicht zu suchen, hier findet ihr mich

Wohin du auch gehst, welchen Pfad du auch wählst
ich bin hier und warte auf dich
Wohin ich auch geh‘, wohin der Wind mich auch trägt
ihr braucht nicht zu suchen, in diesen Zeilen warte ich

Wohin du auch gehst, welchen Pfad du auch wählst
ich bin hier und warte auf dich
Wohin ich auch geh‘, wohin der Wind mich auch trägt
ihr braucht nicht zu suchen, hier bin ich


4. Von Hypnos und Thanatos

Wie die Sonne über der Tundra möchte ich vergehen
glühend rot, in Schnee und Eis
Und doch wünsch ich mir die Dämmerung zu bestehen
auf das das Herz des Waldes auf ewig bleibt

Betrachte das Königreich, das in Trümmern liegt
tausendfach eingerissen und wieder aufgebaut
was ist es das am Ende von den Monumenten blieb?
War nur Bollwerk gegen Einsamkeit, immer grell, immer laut

Die alten Bündnispartner ziehen weiter
Mit Hoffnung und forschem Herzen im Gepäck
und ich hinterlass Ruinen eines Reiches
einem kleinen König, einsam weil er Blutschuld trägt

Bin zu erschöpft um die Feuer noch zu schüren
für einen Traum von dem am Ende doch nichts bleibt
War eh nur fauler Zauber um nicht zu spüren
Ohhh, die verrottete Romantik der Einsamkeit

Verglüh, Vergehe

Wie kriechende Schatten im Unterholz ergreift mich die Angst
grausam und finster, Düsternis und Erde
Denk ich dran was der letzte Moment verlangt
die Erkenntnis Staub und Asche zu werden

Wie ein fahler Mond möchte ich im Meer versinken
wenn sich ergießt ein Gestern in Morgen und Morgen im Heute
Wenn ich mit überquellenden Bechern aus Lethe‘s Fluten trinke
Oh alles vergebens, selbst Reue und Freude

Jede Nacht, wenn der Schlaf nicht kommt
Die Gedanken rasen wieder
Alles scheint aussichtslos
Nur verfluchte Lieder über

Todeswunsch und Todesangst
Ein Ringen um Vorherrschaft
Der ewigwährende Kampf
Hält mich für immer wach

Wenn das Herz wieder schneller pocht
weil Panik dir die Brust zuschnürt
Das Leben täglich aus dir tropft
und hast es selbst doch nie gespürt

Wenn die Schranken fallen
endlich sinke ich farblos
doch selbst hier hör ich‘s wiederhallen
von Hypnos und Thanatos


5. Lethe - Der Fluch des Schaffenden

Stürzend, fallend, die letzten Fragen hallend
wo bin ich und wie kam ich hierhin
Die Seele wallend, an Monumente krallend
Ich bin nicht bereit für den Weg der mir bestimmt
Wie soll ich von schwarzen Wassern trinken
Hände nicht nach Ästen fassen
Ohne Reue in Lethes Fluten sinken
vom Nichts zu letzten Stätten treiben lassen

Lethe, ich hör dein Locken durch die Zeiten
zwischen starren, klammen Fingern zerrinnt der Sand
gerahmt in Kindergekritzel, sieh hier meine ehrlichsten Zeilen
Der Fluch des Schaffenden, dass ich nie genug sein kann

Auch wenn mich davon noch viele Monde trennen,
fühl ich mich am Fluch des Schaffenden zerbrechen
das eigene Werk nicht zu vollenden
Sowie die beißende Angst vorm Vergessen

Denn" was bleibt" ist was innerlich zerreißt
Ein heißes Fieber sich unsterblich zu machen
Ein Denkmal, das den eigenen Wert beweist,
und neue Funken des Entstehens zu entfachen

Ach, könnt ich kosten von Mnemosynes Quell
dem gequälten Geist Gewissheit geben
ob meine Seele oder ein Lachen, glockenhell
in ewigen Liedern durch die Zeiten leben
Wenn längst zu Staub zerfallen all meine Monumente
verstummt selbst das Echo meiner herbstlich‘ Klagen
Hoff ich das ein Funke immer noch bestände
meine Geschichten von Monden und Königen in neue Herzen getragen

Wie soll ich von schwarzen Wassern trinken
Hände nicht nach Ästen fassen
Ohne Reue in Lethes Fluten sinken
vom Nichts zu letzten Stätten treiben lassen

Lethe, ich hör dein Locken hör dein Rufen
Der Fluch des Schaffenden, meine Pein
Die Essenz all meines Strebens, meines Suchens
Wenn ich schon vergessen muss, so lass mich nicht vergessen sein


6. Knochengesang

Ich bin schweißgebadet aufgewacht
Ein Grauen hing im Raum
Ein hartes Pochen in der Brust
Nie wieder Schlaf nach diesem Traum
Denn ich stand im Winterwald
unterm Mond der in trägen Wolken hing
Als Sternenstaub wie Frost zu Boden fiel
und alle Hoffnung von mir ging

Wie Nebel hing die Ewigkeit
Zwischen stummen Winterfichten
denn vor mir stand der Knochenmann
so schrecklich wie in den Geschichten
Eine Stimme die wie das Ende sang
fragte mich wohin ich ging
Selbst als das Echo im Schnee verklang
kam mir keine Antwort in den Sinn

Es klirrt durch Mark und Bein
Wenn Knochen singen

Auf meinen morschen Knochen spielt der Wind das letzte Geleit
hörst du seine verhängnisvolle Melodie, bist du bereit
Hast du erschaffen, was du schaffen musstest,
Erklingen deine Lieder, weil du Herzen zu berühren wusstest

Erklingen deine Lieder, um bittersüß zu tanzen

Ein Zittern ging durch meinen Leib
Als mich bleiche Hände hielten
Seine Augen schienen mich zu richten
Während Eiskristalle fielen
Dröhnend dann die Frage
Was ist es das dir das Blut gefriert
Meine ewige Umarmung
oder dass du dich in ihr verlierst

Er klirrt durch Mark und Bein
der verdammte Knochengesang

Auf meinen morschen Knochen spielt der Wind das letzte Geleit
hörst du seine verhängnisvolle Melodie, bist du bereit
Hast du erschaffen, was du schaffen musstest,
Erklingen deine Lieder, weil du Herzen zu berühren wusstest

Erklingen deine Lieder, um bittersüß zu tanzen

Suchst du immer noch die Antwort, die mich umgeht
Das eine Monument, das meinem kaltem Atem widersteht
Aber du kannst schaffen bis deine Finger kalt und steif sind
Irgendwann vergehen auch die letzten deiner Lieder im Wind


7. The Parting Glass

Of all the money that e'er I had
I spent it in good company
And all the harm that e'er I did
Alas it was to none but me

And all I've done for want of wit
To mem'ry now I can't recall
So fill to me the parting glass
Good night and joy be to you all

Of all the comrades that e'er I had
They are sorry for my going away
And all the sweethearts that e'er I had
They'd wish me one more day to stay

But since it fell unto my lot
That I must rise and you must not
I gently rise and softly call
Good night and joy be to you all

So fill to me the parting glass
And drink a health whate'er befalls
Then gently rise and softly call
Good night and joy be to you all

But since it fell unto my lot
That I must rise and you must not
I gently rise and softly call
Good night and joy be to you all

Lyrics in plain text format



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